Passwort-Entropie-Rechner
Geben Sie eine Passwortlänge ein und wählen Sie, welche Zeichenarten es nutzt, um die Entropie in Bit, eine Stärkebewertung, die Gesamtzahl möglicher Kombinationen und eine grobe Schätzung der Knackzeit zu sehen.
So funktioniert diese Berechnung
Die Entropie misst, wie unvorhersehbar ein zufällig erzeugtes Passwort ist. Sie wird als Bit = Länge × log2(Pool-Größe) berechnet, wobei die Pool-Größe die Anzahl unterschiedlicher Zeichen pro Position ist: 26 für Kleinbuchstaben, 26 für Großbuchstaben, 10 für Ziffern und 32 für gängige Sonderzeichen. Mehr gewählte Zeichenarten vergrößern den Pool, und jedes zusätzliche Zeichen im Pool fügt jeder Position ein wenig Entropie hinzu.
Jedes zusätzliche Zeichen an Länge multipliziert die Zahl möglicher Passwörter mit der Pool-Größe, daher wirkt die Länge überproportional: Vier Zeichen zu einem Passwort aus nur Kleinbuchstaben hinzuzufügen verdoppelt dessen Entropie ungefähr, während das Einschalten von Sonderzeichen insgesamt nur wenige Bit bringt. Deshalb lautet der Standardrat „Länge schlägt Komplexität“ — eine lange Passphrase aus gewöhnlichen Wörtern ist meist weit stärker als ein kurzes Zeichengewirr.
Die Knackzeit wird geschätzt, indem angenommen wird, dass ein Angreifer 10 Milliarden (1e10) Versuche pro Sekunde durchführen kann — eine typische Rate für Offline-Angriffe auf eine gestohlene, ungesalzene oder schwach gehashte Passwortdatei mit moderner GPU-Hardware. Online-Angriffe auf ein aktives Anmeldeformular sind wegen Ratenbegrenzung meist weit langsamer, sodass reale Knackzeiten beim Online-Raten oft viel länger sind als hier angezeigt.
Rechenbeispiel
In dieser Berechnung verwendete Pool-Größen
Jede Zeichenkategorie fügt pro Zeichenposition eine feste Anzahl an Möglichkeiten hinzu. Dieser Rechner addiert sie zur gesamten Pool-Größe und wendet dann Bit = Länge × log2(Pool) an.
| Zeichensatz | Pool-Größe | Beispiel |
|---|---|---|
| Kleinbuchstaben | 26 | a, b, c … z |
| Großbuchstaben | 26 | A, B, C … Z |
| Ziffern | 10 | 0–9 |
| Sonderzeichen | 32 | ! @ # $ % ^ & * ( ) - _ = + usw. |
| Kleinbuchstaben + Ziffern | 36 | z. B. 'a1b2c3d4' |
| Kleinbuchstaben + Großbuchstaben + Ziffern | 62 | z. B. 'Kx9mQ2p7' |
| Alle vier Sätze | 94 | z. B. 'Kx9!mQ2#p7' |
Stärkebewertungen erklärt
- Sehr schwach (unter 28 Bit): fast sofort zu erraten, vergleichbar mit einer 4-stelligen PIN.
- Schwach (28–35 Bit): binnen Minuten bis Stunden durch einen automatisierten Angriff zu brechen.
- Vertretbar (36–59 Bit): ausreichend für geringwertige oder Wegwerf-Konten, nicht für Sensibles.
- Stark (60–127 Bit): solider Schutz für die meisten persönlichen und finanziellen Konten gegen Offline-Knacken.
- Sehr stark (128+ Bit): mit heutiger und naher künftiger Rechenleistung praktisch nicht zu brechen.
Warum Länge die Komplexität schlägt
Jedes zusätzliche Zeichen multipliziert die Gesamtzahl möglicher Passwörter mit der Größe des Zeichen-Pools, während das Aktivieren einer neuen Zeichenart nur den Pool für bereits vorhandene Zeichen erweitert. Von 8 auf 12 Zeichen bei einem Passwort aus nur Kleinbuchstaben (Pool 26) multipliziert den Schlüsselraum etwa mit 26⁴ — über 450.000-fach größer — während das Hinzufügen von Sonderzeichen zu einem bestehenden 8-stelligen Passwort ihn nur um etwa (58/26)⁸ ≈ 218-fach vergrößert. Deshalb bevorzugen Sicherheitsempfehlungen seit Mitte der 2010er (einschließlich NIST SP 800-63B) lange, einprägsame Passphrasen gegenüber kurzen, mit Sonderzeichen vollgestopften Passwörtern, die schwer zu tippen und leicht zu vergessen sind.
Annahmen hinter der Knackzeit-Schätzung
Die geschätzte Knackzeit setzt einen Angreifer voraus, der den Passwort-Hash bereits besitzt (etwa aus einer gestohlenen Datenbank) und 10 Milliarden Versuche pro Sekunde durchführen kann — eine realistische Rate für das Knacken eines schnellen, ungesalzenen Hashs mit modernen GPUs. Reale Knackzeiten schwanken enorm, abhängig vom Hash-Algorithmus zur Speicherung des Passworts (bcrypt und Argon2 sind absichtlich langsam und können die Rateraten auf wenige Tausend pro Sekunde senken), davon, ob das Passwort in Listen geleakter Passwörter auftaucht, und davon, ob der Angriff offline oder ratenbegrenzt online erfolgt. Nutzen Sie den Wert, um Passwortwahlen relativ zu vergleichen, nicht als wörtliche Garantie.