IQ-Glossar & Fachbegriffe

Klare, kurze Definitionen der wichtigsten Begriffe rund um IQ und Intelligenztests.

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Intelligenzquotient (IQ)
Der IQ ist ein standardisierter Messwert für die kognitive Leistungsfähigkeit, normiert auf einen Mittelwert von 100 und eine Standardabweichung von 15. Er zeigt, wie jemand im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung abschneidet.
Abweichungs-IQ
Der moderne IQ wird als Abweichungs-IQ berechnet: 100 + 15 × z, wobei z die Standardabweichung vom Durchschnitt der Gleichaltrigen ist. Dieses Verfahren hat den älteren Quotienten-IQ vollständig abgelöst.
Quotienten-IQ
Der historische Quotienten-IQ ergibt sich aus Intelligenzalter geteilt durch Lebensalter, multipliziert mit 100. Er wurde vor allem bei Kindern verwendet, gilt heute aber als überholt und wurde durch den Abweichungs-IQ ersetzt.
Generalfaktor (g)
Der Generalfaktor g steht für die allgemeine Intelligenz, also den gemeinsamen Kern, der allen kognitiven Fähigkeiten zugrunde liegt. Menschen, die in einem Test gut abschneiden, neigen dazu, auch in anderen gut abzuschneiden – dieses Muster fasst g zusammen.
Fluide Intelligenz (Gf)
Die fluide Intelligenz (Gf) ist die Fähigkeit, neue Probleme logisch zu lösen, ohne auf Vorwissen angewiesen zu sein. Sie erreicht ihren Höhepunkt im frühen bis mittleren Erwachsenenalter (etwa Anfang bis Mitte 20).
Kristalline Intelligenz (Gc)
Die kristalline Intelligenz (Gc) umfasst angesammeltes Wissen, Wortschatz und erlernte Fertigkeiten. Anders als die fluide Intelligenz steigt sie über das Leben hinweg an und bleibt bis in die 60er stabil oder nimmt sogar zu.
Perzentil
Das Perzentil gibt an, welcher Prozentsatz der Menschen denselben oder einen niedrigeren Wert erzielt. Ein IQ von 130 entspricht dem 98. Perzentil – man liegt also über 98 % der Bevölkerung.
Standardabweichung
Die Standardabweichung beschreibt, wie stark die Werte um den Mittelwert streuen. Bei der Wechsler-Skala beträgt sie 15 IQ-Punkte, sodass etwa 68 % aller Menschen zwischen 85 und 115 liegen.
Normalverteilung
Die Normalverteilung ist die glockenförmige Kurve, der IQ-Werte folgen. Die meisten Ergebnisse häufen sich nahe dem Mittelwert von 100, während sehr hohe und sehr niedrige Werte selten sind.
Mittelwert
Der Mittelwert ist der statistische Durchschnitt. Beim IQ ist er per Definition auf 100 festgelegt, sodass dieser Wert genau die Mitte der Bevölkerung markiert.
Standardisierung
Standardisierung bedeutet, einen Test an einer großen, repräsentativen Stichprobe zu eichen. Erst dadurch lässt sich ein Einzelergebnis sinnvoll mit der Bevölkerung vergleichen und in IQ-Punkte umrechnen.
Altersnormierung
Bei der Altersnormierung wird ein Ergebnis stets mit dem der Gleichaltrigen verglichen. Dadurch liegt der Durchschnitt in jeder Altersgruppe bei 100, obwohl sich die rohen Leistungen über die Lebensspanne verändern.
Reliabilität (Zuverlässigkeit)
Die Reliabilität gibt an, wie konsistent und wiederholbar ein Test misst. Ein zuverlässiger Test liefert bei wiederholter Anwendung ähnliche Ergebnisse; ein gängiges Maß dafür ist Cronbachs Alpha.
Validität (Gültigkeit)
Die Validität zeigt, ob ein Test tatsächlich das misst, was er zu messen vorgibt. Ein IQ-Test ist nur dann gültig, wenn seine Ergebnisse wirklich kognitive Fähigkeiten erfassen und nicht etwa nur Übungseffekte.
Ravens progressive Matrizen
Ravens progressive Matrizen sind ein nonverbaler Test, bei dem man fehlende Teile eines Musters logisch ergänzt. Er gilt als eines der reinsten Maße für fluide Intelligenz und den Generalfaktor g.
CHC-Theorie (Cattell-Horn-Carroll)
Die CHC-Theorie nach Cattell, Horn und Carroll ist das heute führende Modell der kognitiven Fähigkeiten. Sie ordnet g, breite Fähigkeiten wie fluide und kristalline Intelligenz sowie zahlreiche enge Teilfähigkeiten hierarchisch an.
Wechsler-Tests (WAIS/WISC)
Die Wechsler-Tests (WAIS für Erwachsene, WISC für Kinder) gelten als der klinische Goldstandard der IQ-Diagnostik. Sie nutzen eine Standardabweichung von 15 und werden von Fachleuten individuell durchgeführt.
Stanford-Binet-Test
Der Stanford-Binet ist einer der ältesten und bis heute genutzten standardisierten IQ-Tests. Er verwendet eine Standardabweichung von 16, weshalb seine hohen Werte nicht direkt mit der Wechsler-Skala (SD 15) vergleichbar sind.
Mensa
Mensa ist die weltweit bekannteste Hochbegabten-Gesellschaft. Die Aufnahme setzt ein Ergebnis im 98. Perzentil voraus, also einen IQ von etwa 130 – die besten 2 % der Bevölkerung.
Flynn-Effekt
Der Flynn-Effekt bezeichnet den Anstieg der durchschnittlichen IQ-Leistungen im 20. Jahrhundert um rund 3 Punkte pro Jahrzehnt. Deshalb müssen Tests regelmäßig neu normiert werden, damit der Durchschnitt bei 100 bleibt.
Hochbegabung
Als hochbegabt gilt üblicherweise, wer einen IQ von 130 oder höher erreicht – das entspricht den besten rund 2 % der Bevölkerung. Diese Schwelle ist zugleich die typische Aufnahmegrenze für Mensa.
Arbeitsgedächtnis
Das Arbeitsgedächtnis ist die Fähigkeit, Informationen kurzzeitig zu behalten und gleichzeitig zu verarbeiten. Es hängt eng mit dem logischen Schlussfolgern zusammen und ist ein wichtiger Bestandteil der fluiden Intelligenz.
Verarbeitungsgeschwindigkeit
Die Verarbeitungsgeschwindigkeit beschreibt, wie schnell jemand einfache kognitive Aufgaben korrekt erledigt. Sie ist eine eigenständige Komponente der Intelligenz und fließt in moderne IQ-Tests als eigener Index ein.
Intelligenzminderung
Eine Intelligenzminderung liegt vor, wenn der IQ deutlich unter dem Durchschnitt liegt (etwa 70 oder darunter) und zugleich Einschränkungen im Alltag bestehen. Beide Kriterien – Testwert und Anpassungsfähigkeit – müssen für die Diagnose erfüllt sein.
📅 Zuletzt aktualisiert: 2026-06-18 · ✔ Geprüft vom All-Lifes-Redaktionsteam · Über uns · Methodik
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