Alopecia areata (AA) ist eine Autoimmunerkrankung: Das Immunsystem greift die Haarfollikel an und verursacht runde kahle Stellen oder, in schweren Fällen, einen vollständigen Verlust der Kopfbehaarung (Alopecia totalis) oder der gesamten Körperbehaarung (Alopecia universalis). Es handelt sich nicht um androgenetischen, erblich bedingten Haarausfall, weshalb Minoxidil und Finasterid hier nicht die Lösung sind. Der Durchbruch ist eine Klasse oraler Medikamente – die JAK-Inhibitoren –, die den Immunangriff beruhigen: Baricitinib (Olumiant, 2022 von der FDA für AA zugelassen), Ritlecitinib (Litfulo, 2023, ab einem Alter von 12 Jahren) und Deuruxolitinib (Leqselvi, 2024 zugelassen und 2025 auf den Markt gebracht). Bei schwerer AA wächst bei einem beträchtlichen Anteil der Patientinnen und Patienten über 6-12 Monate hinweg wieder deutlich Haar nach, doch der Nutzen kann nachlassen, wenn das Medikament abgesetzt wird. Zudem handelt es sich um immunmodulierende Arzneimittel mit Boxed Warnings (schwere Infektionen, Blutgerinnsel, bestimmte Krebsarten), die eine dermatologische Voruntersuchung und Überwachung erfordern. Sie sind außerdem teuer und werden nicht immer von der Krankenkasse übernommen. Wenn Sie plötzlich auftretende runde kahle Stellen, kurze abgebrochene Haare in Ausrufezeichenform oder einen rasch fortschreitenden, großflächigen Haarausfall bemerken, suchen Sie eine Dermatologin oder einen Dermatologen auf – AA ist behandelbar, und die Ära der JAK-Inhibitoren hat die Aussichten tatsächlich verändert.
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FAQ
Ist Alopecia areata dasselbe wie erblich bedingter Haarausfall bei Männern oder Frauen?
Nein. Alopecia areata ist autoimmun bedingt und verursacht meist runde kahle Stellen oder plötzlichen Haarausfall; erblich bedingter Haarausfall ist hormonell bedingt und schreitet allmählich voran. Sie erfordern unterschiedliche Behandlungen, weshalb eine Dermatologin oder ein Dermatologe sie voneinander unterscheiden sollte.
Kann ich JAK-Inhibitoren ohne ärztliche Verordnung bekommen?
Nein. JAK-Inhibitoren sind verschreibungspflichtige, immunmodulierende Medikamente mit Boxed Warnings und erfordern daher eine dermatologische Voruntersuchung, Überwachung und Begleitung – sie sind nicht rezeptfrei erhältlich.
Mehr entdecken
⚠️ Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten — nicht selbst behandeln
- Plötzliche fleckige oder kreisrunde kahle Stellen
- Rötung, Schuppung, Eiter, Schmerz oder Juckreiz (mögliche vernarbende Alopezie — dringend behandeln)
- Abgebrochene Haare oder rascher Verlust
- Verlust mit körperweiten Anzeichen (Gewichtsverlust, Müdigkeit, Zyklusveränderungen, Akne, vermehrter Haarwuchs)
- Verlust unmittelbar nach einem neuen Medikament
- Jeglicher Haarausfall bei einem Kind