Orales Finasterid 1 mg ist eine FDA-zugelassene, nachgewiesene Behandlung für die männliche androgenetische Alopezie. Es setzt am eigentlichen Auslöser der Erkrankung an: Durch Hemmung der Typ-II-5-Alpha-Reduktase (5AR), des Enzyms, das Testosteron in DHT umwandelt, senkt es das DHT in Kopfhaut und Blut. Da es die zur Ausdünnung führende follikuläre Miniaturisierung verlangsamen oder teilweise rückgängig machen kann, wirkt es auf die Ursache selbst und wird oft mit Minoxidil kombiniert, das über einen ergänzenden Mechanismus wirkt.
Wie bei anderen nachgewiesenen Behandlungen baut sich die Wirkung allmählich über 4 bis 12 Monate auf, und das Ergebnis bleibt nur bei fortlaufender Anwendung erhalten – ein Absetzen macht den Nutzen rückgängig. Eine Minderheit der Männer berichtet von sexuellen Nebenwirkungen wie verringerter Libido oder Veränderungen der Erektions- oder Ejakulationsfunktion. Das „Post-Finasterid-Syndrom“, bei dem die Symptome angeblich nach dem Absetzen fortbestehen, wird berichtet, bleibt aber umstritten und unbelegt; eine ehrliche Sichtweise stellt es weder als gesichert dar noch tut sie es gänzlich ab.
Warnhinweis zur Schwangerschaft: Finasterid ist teratogen und kann einen sich entwickelnden männlichen Fötus schädigen, sodass Frauen, die schwanger sind oder es werden könnten, zerstoßene oder zerbrochene Tabletten nicht einmal anfassen dürfen. Das Arzneimittel senkt zudem den PSA-Wert, einen Screening-Marker für Prostatakrebs, daher sollten Sie jeder ärztlichen Fachperson vor einer PSA-Untersuchung oder einer Prostatabeurteilung stets mitteilen, dass Sie es einnehmen.
Quellen: StatPearls (NIH) ↗
FAQ
Ich mache mir Sorgen wegen sexueller Nebenwirkungen – wie häufig sind sie?
Verringerte Libido sowie Veränderungen der Erektions- oder Ejakulationsfunktion werden bei einer Minderheit der Männer berichtet, nicht bei der Mehrheit, und bilden sich nach dem Absetzen oft zurück. Das „Post-Finasterid-Syndrom“, bei dem die Symptome nach dem Absetzen fortbestehen, wird berichtet, doch der Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ist weiterhin umstritten. Wenn Sie Nebenwirkungen befürchten oder bei Ihnen auftreten, besprechen Sie sie mit einer ärztlichen Fachperson, statt eigenmächtig zu entscheiden.
Können Frauen Finasterid einnehmen?
Finasterid ist nur für Männer FDA-zugelassen, und entscheidend: Frauen, die schwanger sind oder es werden könnten, dürfen es wegen des Risikos einer Schädigung eines männlichen Fötus nicht einnehmen und nicht einmal zerbrochene Tabletten anfassen. Für den weiblichen Haarausfall gibt es andere nachgewiesene Optionen, suchen Sie also für einen individuellen Plan eine Dermatologin oder einen Dermatologen auf.
Beeinflusst es meinen Prostatatest (PSA)?
Ja – Finasterid senkt die PSA-Werte, was die Interpretation des Ergebnisses beeinflussen kann. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor einem PSA-Test oder einer Prostatabeurteilung stets mit, dass Sie es einnehmen, damit das Ergebnis korrekt bewertet werden kann.
Explore more
⚠️ Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten — nicht selbst behandeln
- Plötzliche fleckige oder kreisrunde kahle Stellen
- Rötung, Schuppung, Eiter, Schmerz oder Juckreiz (mögliche vernarbende Alopezie — dringend behandeln)
- Abgebrochene Haare oder rascher Verlust
- Verlust mit körperweiten Anzeichen (Gewichtsverlust, Müdigkeit, Zyklusveränderungen, Akne, vermehrter Haarwuchs)
- Verlust unmittelbar nach einem neuen Medikament
- Jeglicher Haarausfall bei einem Kind