Rasche Gewichtsabnahme, sehr kalorienarme Diäten oder Crash-Diäten und niedrige Eisenspeicher (Ferritin) sind bekannte Auslöser eines telogenen Effluviums. Haar ist ein nachrangiges Gewebe; wenn dem Körper Energie, Protein, Eisen, Zink oder Vitamin D fehlen, stößt er es ab. Das zeigt sich als diffuse Ausdünnung einige Monate nach der Ernährungsumstellung und bildet sich zurück, sobald die Nährstoffversorgung wiederhergestellt ist. Ausreichend Protein (beim Diäten oft zu wenig gegessen) und das Ausgleichen eines niedrigen Ferritinwerts sind die wirkungsvollsten Maßnahmen.
Der Haken: Nahrungsergänzungsmittel helfen nur, wenn Sie tatsächlich einen Mangel haben — Eisen oder „Haarvitamine“ einzunehmen, während Ihre Werte normal sind, bringt wenig und kann schaden (zu viel Eisen ist giftig; Biotin kann Laborwerte verfälschen, darunter Schilddrüsen- und Troponin-Tests). Der evidenzbasierte Weg ist daher, ausreichend zu essen und Ferritin, Vitamin D und Schilddrüse testen zu lassen, statt zu raten. Wenn zusätzlich ein zurückweichender Haaransatz oder eine Ausdünnung am Wirbel vorliegt, handelt es sich um anlagebedingten Haarausfall, der eine eigene Behandlung braucht.
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FAQ
Wirken Haarvitamine wie Biotin?
Nur, wenn Sie einen echten Mangel haben, was selten ist. Biotin-Präparate helfen den meisten Menschen nicht und können Bluttests verfälschen. Beheben Sie lieber einen nachgewiesenen Mangel (Eisen, Protein, Vitamin D), statt zu raten.
Welcher Eisenwert ist für das Haar entscheidend?
Ferritin (der Eisenspeicher) ist die entscheidende Größe; viele Dermatologinnen und Dermatologen streben für das Haar mindestens 30-50 ng/mL an — höher als die untere „Normgrenze“ des Labors. Bitten Sie um einen Ferritintest, wenn Sie Haare verlieren und möglicherweise niedrig liegen.
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⚠️ Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten — nicht selbst behandeln
- Plötzliche fleckige oder kreisrunde kahle Stellen
- Rötung, Schuppung, Eiter, Schmerz oder Juckreiz (mögliche vernarbende Alopezie — dringend behandeln)
- Abgebrochene Haare oder rascher Verlust
- Verlust mit körperweiten Anzeichen (Gewichtsverlust, Müdigkeit, Zyklusveränderungen, Akne, vermehrter Haarwuchs)
- Verlust unmittelbar nach einem neuen Medikament
- Jeglicher Haarausfall bei einem Kind